Ich bin ein freier Mensch

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Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen – wenn ich es kann.

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten.

Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.

Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen.

Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, als die dumpfe Ruhe Utopiens.

Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben
noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben.

Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln,
der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk.

Das alles ist gemeint, wenn wir sagen: Ich bin ein freier Mensch.

Albert Schweizter

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Gehe behutsam deinen Weg!

montegrotto

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Lebe, soweit als möglich und ohne Dich selbst aufzugeben,
in guten Beziehungen zu anderen Menschen.

Verkünde Deine Wahrheit ruhig und klar. Höre auch anderen zu,
sogar Törichten und Unwissenden: auch sie haben ihre Geschichte.

Meide laute und aggressive Menschen,
sie bringen nur geistigen Verdruss.

Es ist möglich, dass Du entweder stolz oder verbittert wirst,
wenn Du Dich mit anderen vergleichst, denn immer wird es
bedeutendere und unbedeutendere Menschen geben als Dich selbst.

Freue Dich des Erreichten genauso wie Deiner Pläne,
doch sei auf jeden Fall demütig.

Übe Vorsicht in Deinen Geschäften,
denn die Welt ist voller Betrügereien.

Verschließe Dich jedoch nicht dem Wert der Tugenden:
Viele Menschen streben nach hohen Idealen und
das Leben ist voll von stillem Heldentum.

Sei Du selbst.

Heuchle vor allem keine Zuneigung und spotte nicht über die Liebe.

Trage freundlich die Bürde der Jahre und gib mit Anmut
alles auf, was der Jugend zusteht.

Nähre die Kraft Deines Geistes, um plötzlichem Unglück gegenüber
gewachsen zu sein. Viele Ängste entstehen aus Müdigkeit und Einsamkeit.

Neben einer heilsamen Disziplin – sei freundlich zu Dir selbst.

Du bist ein Kind des Universums,
nicht weniger als die Bäume und Sterne,
Du hast ein Recht darauf, hier zu sein.
Und die Kraft des Universums wird sich so entfalten,
wie es sein muss, ob Dir das klar ist oder nicht.

Deshalb lebe in Frieden mit Gott,
was immer Du Dir unter ihm vorstellst.

Und was immer Deine eigenen Bemühungen und Absichten sein mögen: Halte Frieden mit Deiner Seele in diesem lärmigen Durcheinander des Lebens.

Mit all ihrem Schein, ihren Kümmernissen und zerbrochenen Träumen
ist diese Welt dennoch wunderbar.

Sei vorsichtig. Strebe danach, glücklich zu sein.

Diese uralte Schrift eines unbekannten Verfassers wurde 1692
in der alten St. Pauls-Kirche von Baltimore gefunden.


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Immer diese Jugend ;-)

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Die Jugend liebt heute den Luxus, sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und plaudert, wo sie arbeiten sollte. Sie verschlingt bei Tisch die Speisen, legt die Beine übereinander und tyrannisiert die Eltern.
Sokrates, 470-399 v.Ch.

Die Jugend gehorcht hauptsächlich körperlichen Bedingungen, unter denen das sinnliche Vergnügen eine besondere Rolle spielt. Allerdings dominiert auch das Ringen nach sozialer Stellung durch den Drang nach Überlegenheit. Dabei ist Jungend großmütig, weil sie vom Leben noch nicht gedemütigt worden ist und sie ist voll Hoffnung, weil sie noch nicht enttäuscht wurde. Sie wird durch Konvention erzogen, nicht durch eigene Lebenserfahrung. Jugend zieht die Gesellschaft Gleichaltriger allem anderen Umgang vor. Für die Jugend ist die Zukunft lang und die Vergangenheit kurz. Sie beurteilt nichts auf die Nützlichkeit hin. Alle ihre Irrtümer sind auf Übertreibungen zurückzuführen.
Aristoteles, 384-322 v.Ch.

Ist nicht ein Großteil unserer Jugend so: Voll wilder Begierden springen sie, schlagen aus, laufen zügellos umher und haben für ihre Pflichten nicht den nötigen Ernst? Die Schuld an diesen Unordnungen trifft die Väter. Ihre Söhne vernachlässigen sie in der Regel und kümmern sich nicht darum, wenn sie sich zügel- und sittenlos umher treiben und durch Unzucht, Würfelspiel und gottlose Theaterstücke sich selbst entwürdigen.
Johannes Chrysostomus, 390 n.Ch.

Ich selbst bin in letzter Zeit von soviel Eltern um Rat gefragt worden, die bekennen, dass sie nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder erziehen sollen; und die frühe Verderbnis der Jugend ist jetzt eine so allgemeine Klage geworden, dass es angebracht erscheint, diese Frage öffentlich zur Diskussion zu stellen und Vorschläge zur Besserung zu machen.
John Locke, 1690

Die deutsche Jugend ist völlig bindungslos, amoralisch und ohne Glauben. Ungeführt und bar jeglicher Motive ist sie den Verlockungen der Hysterie und Absurdität ausgesetzt. Sie empfindet keinerlei Loyalität, weder gegenüber sich selbst noch gegenüber der Gesellschaft. Sie ist wahrhaft nihilistisch. Wir werden einst von ihr hören, und es werden keine guten Nachrichten sein.
Erich Fromm, 1964


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